Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Kleine Anfrage: Bildung und Forschung zum Zweiten Weltkrieg

Eine Kleine Anfrage untersuchte den Stand der Bildung und wissenschaftlichen Forschung zum Holocaust und dem deutschen Vernichtungskrieg in Osteuropa durch das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam.

Eine weitere Anfrage an die Bundesregierung betraf das Thema „Bildung und wissenschaftliche Forschung zum Holocaust und dem deutschen Vernichtungskrieg in Osteuropa durch das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam“ (Drucksache 19/417). Eine kritische Aufarbeitung der NS-Geschichte, des Holocaust und des deutschen Vernichtungskrieges in Osteuropa und der Rolle der Wehrmacht, namentlich auch deren Nachwirkungen und Kontinuitäten in der Bundesrepublik Deutschland, ist dabei gerade auch vor dem Hintergrund der Debatte um Leitbilder und Traditionen der Bundeswehr von enormer Bedeutung. Berichte über rechtsextreme Vorfälle oder die Festnahme eines Oberleutnants der Bundeswehr aus Offenbach, der im Verdacht stand, einen Terroranschlag geplant zu haben, belegen dabei eindrücklich die Notwendigkeit intensiver Bildungs- und Forschungsmaßnahmen zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Zum Thema „Zweiter Weltkrieg in Osteuropa“ hat das Miltärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) beziehungsweise das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam lediglich 13 eigenständige Schriften seit dem Jahr 2008 veröffentlicht, hieß es in der Antwort der Bundesregierung (Drs. 19/417). Zum Zweiten Weltkrieg seien insgesamt 36 eigenständige Schriften publiziert worden, jedoch keine einzige zum Holocaust. Die Themen „Kommissarbefehl“, „Täterforschung“, „Besatzung in Osteuropa“, „Wehrmachtsausstellung“, „Wehrmacht im Holocaust“, und „Hungerpolitik gegen die Sowjetunion und sowjetische Kriegsgefangene“ fänden dabei lediglich in den sogenannten Medien der historischen Bildung für die Streitkräfte des ZMSBw eine „angemessene Darstellung“ im Rahmen der Gesamtdarstellung des Weltkriegs. Von den 44 Historikern und Sozialwissenschaftlern am ZMSBw seien dabei nur sechs Historiker im engeren Sinne mit Themen des Zweiten Weltkriegs befasst, zwei von ihnen speziell mit Osteuropa im Zweiten Weltkrieg.

Siehe auch: https://www.tagesspiegel.de/wissen/bundeswehr-und-wehrmacht-linke-kritisiert-potsdamer-militaerforscher/20857990.html

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1076813.militaerhistoriker-in-der-kritik-bundeswehr-fuehrt-kalten-krieg-fort.html

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/004/1900417.pdf