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Foto: Christoph Löffler chloephoto.de
Philip Bialowitz, einer der Teilnehmer des Aufstandes in Sobibor bei einem Besuch der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz im Jahr 2013, Foto: Christoph Löffler chloephoto.de
Philip Bialowitz, Besuch Robert Jungk Oberschule, Haus der Wannseekonferenz, 11.September 2013, VVN/BDA

76. Jahrestag des Aufstandes im deutschen Vernichtungslager Sobibor - Bundesregierung blockiert nachhaltige Förderung zum Gedenken an Shoah

„Seit Jahren blockiert die Bundesregierung die Förderung ganzheitlicher Erinnerungsmaßnahmen zur ‚Aktion Reinhardt‘, wodurch eine umfassende gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Antiziganismus und seinen Nachwirkungen in der Gegenwart marginalisiert wird. Die ausgebliebene Aufarbeitung des NSU-Komplexes und der Anschlag in Halle zeigen, dass die Bundesregierung einen Hang zur Verharmlosung des Rassismus hat. Erinnerungspolitik und der Kampf gegen Neonazismus dürfen nicht weiter durch parteipolitischen Opportunismus aufgeweicht werden, indem die Bildungsarbeit antifaschistischer Vereine und Verbände in Frage gestellt wird oder durch Umstrukturierungen des Projektes ‚Jugend erinnert‘ eine Gleichsetzung der NS-Diktatur mit anderen Diktaturen befördert wird, was die Singularität des Holocaust in Frage stellt! Aufklärungs- und Präventionsarbeit gegen Antisemitismus und Antiziganismus muss Bezüge zwischen unserer Vergangenheit und aktuellen Bedrohungen herstellen. Wir können nicht zulassen, dass nachhaltige Maßnahmen der historischen Bildung in Deutschland und Europa weiter blockiert werden. Die Bundesregierung darf insbesondere die Erinnerung an die Opfer der ‚Aktion Reinhardt‘ nicht länger verhindern“, erklärt Brigitte Freihold, erinnerungspolitische Expertin der Fraktion DIE LINKE anlässlich des 76. Jahrestages des jüdischen Aufstandes im deutschen Vernichtungslager Sobibor.

Freihold weiter: „Während der ‚Aktion Reinhardt‘, die einen Kern der Shoah darstellt, wurden zwischen März 1942 und November 1943 in drei dafür errichteten deutschen Vernichtungslagern Treblinka, Belzec und Sobibor planmäßig zwei Millionen polnische Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma ermordet. Die Aufstände der jüdischen Häftlinge in Sobibor am 14. Oktober 1943 und Treblinka am 2. August sind eindrückliche Zeugnisse des jüdischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus, auf dem ein antifaschistischer Konsens bildungspolitsicher Arbeit hergestellt werden muss.

Die Bundesregierung hat es auch in diesem Jahr versäumt, diesen Gedenktag gebührend zu begehen. Seit Jahren wird die Förderung neuer bildungspolitischer Maßnahmen verweigert. Erst 2019 gelang ein Durchbruch bei der Förderung der Ausstattung der neuen Gedenkstätte Sobibor in Polen. Doch neben Sobibor benötigen auch die Gedenkstätten Treblinka und Belzec dringend Mittel zur Sanierung ihrer Infrastruktur und zur Erweiterung der Bildungsräume, um den gestiegenen Bedarf an BesucherInnen gerecht zu werden. Unzählige Gräber und Orte der Verfolgung der ‚Aktion Reinhardt‘ sind darüber hinaus noch immer nicht identifiziert und erinnerungspolitisch erschlossen. Eine wichtige Leerstelle bildet nach wie vor das kaum erforschte Schicksal der planmäßigen Verfolgung der europäischen Sinti und Roma während der ‚Aktion Reinhardt‘.

Die Bundesrepublik muss durch nachhaltige Maßnahmen der historischen und politischen Bildung aktuelle Formen von Antisemitismus und Fremdenhass, wie sie in Halle sichtbar geworden sind, entschlossen entgegentreten. Deshalb müssen bei den kommenden Haushaltsberatungen endlich die notwendigen Mittel zur Bewahrung der Erinnerung an die ‚Aktion Reinhardt‘, die Forschung und Gedenken verbinden, in den Bundeshaushalt eingestellt werden, wie es der Änderungsantrag der LINKEN zum Bundeshaushalt vorsieht.“

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