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Berliner Photoart / Andreas Domma

80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen: Reparationen sind Bedingung für Vertrauen, Versöhnung und gemeinsame Zukunft zwischen Deutschen und Polen!

„74 Jahre nach Kriegsende ist der Versöhnungsprozesses mit unserem Nachbarland Polen ins Stocken geraten! Im Zuge des Überfalls Hitler-Deutschlands auf Polen wurden nahezu 6 Millionen polnische Staatsbürger getötet, die Hälfte davon polnische Juden, die planmäßig ermordet wurden. Gleiches Schicksal erfuhren die polnischen Roma. Die kulturelle und multiethnische Vielfalt die Polen über Jahrhunderte prägte, wurde zerstört. Doch außer einigen humanitären Gesten wurden durch die Bundesrepublik weder Entschädigungen noch Reparationen geleistet. Das ist beschämend! Die Bundesregierung hält das Thema dennoch für abgeschlossen, wodurch sie eine nachhaltige Versöhnung mit Polen behindert. Angesichts der tragischen deutsch-polnischen Geschichte muss jede Generation aufs neue Vertrauen wieder erarbeiten und nicht für gegeben halten!“, erklärt Brigitte Freihold, erinnerungspolitische Expertin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des 80. Jahrestages des Überfalls Hitler-Deutschlands auf Polen.

Freihold weiter: „Weder eine Gedenkstunde noch ein deutsch-polnischer Staatsakt wurde seitens der Bundesregierung anlässlich des 80. Jahrestags für notwendig empfunden. Diese Ignoranz gegenüber den Traumata der polnischen Gesellschaft ist für die Überlebenden und die Nachkommen der Opfer demütigend. Die Bundesrepublik muss von der Haltung abrücken, der polnischen Gesellschaft stünden keine Ansprüche auf Beseitigung der materiellen und moralischen Kriegsfolgen zu. Es ist längst überfällig, dass wir für das unvorstellbare Leid, welches der polnischen Gesellschaft zugefügt wurde, Verantwortung übernehmen - und das bedeutet, Überlebende substantiell zu unterstützen und die polnische Zivilgesellschaft zu stärken!

Die Einrichtung eines auf zwischengesellschaftliche Kooperation ausgerichteten erinnerungspolitischen Fonds wäre ein wichtiger Schritt, um den Versöhnungsprozess aus der Sackgasse des parteipolitischen Opportunismus zu führen und gutnachbarschaftliche Beziehungen in der Zukunft zu stärken. Der Fonds könnte hochbetagte Überlebende der NS-Terrorpolitik in Polen vor Altersarmut schützen. Gleichzeitig bietet ein Fonds die Chance, erinnerungspolitische Initiativen der Zivilgesellschaft in beiden Nachbarländern zu festigen, die Erinnerung an die Opfer des deutschen Faschismus und die Lehren daraus für ein demokratisches Zusammensein in Europa für zukünftige Generationen zu erhalten. Eine ehrliche Versöhnung zwischen Deutschen und Polen ist ohne Reparation der Schäden undenkbar. Sie kann nur auf Grundlage gemeinsamer antifaschistischer und republikanischer Werte gewährleistet werden, welche die Häftlinge aller europäischen Nationen nach der Befreiung des deutschen KZ Buchenwald in ihrem Schwur für eine europäische Nachkriegsordnung formulierten. Dies ist der gemeinsame Nenner demokratischen Zusammenlebens in Europa.“

Brigitte Freihold nimmt vom 31.08. bis 02.09. auf Einladung der Präsidentin der polnischen Stadt Gdańsk an den Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des 80. Jahrestages des deutschen Überfalls auf der Westerplatte/Gdańsk (Polen) teil.


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