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Besuch des Dokumentationszentrums für NS-Zwangsarbeit

Dokumentieren - Vermitteln - Bewahren. Das ist die Aufgabe des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide, welches die Abgeordnete Brigitte Freihold am Mittwoch, den 27.11.2019, besuchte, um sich mit der Leiterin Frau Dr. Glauning über die aktuellen Bedarfe des Dokumentationszentrums auszutauschen.

Seit 2006 wird hier das jahrelang ausgeblendete Schicksal der über 26 Millionen Männer, Frauen und Kinder sichtbar gemacht, die während des Zweiten Weltkriegs durch das NS-Regime als Zwangsarbeiter*innen ausgebeutet wurden.

Alleine im Berliner Stadtgebiet befanden sich etwa 3.000 Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Sie arbeiteten unter den Augen der Zivilbevölkerung in allen Bereichen der Gesellschaft: in großen, mittleren und kleinen Firmen aller Branchen, von der Tischlerei, Bäckerei, Brauerei bis zum Bekleidungsgeschäft, in kommunalen Einrichtungen wie der Müllabfuhr und in der Landwirtschaft, auf kirchlichen Friedhöfen, bis hin zu Privathaushalten.

Als Archiv-, Ausstellungs- und Lernort informiert das Dokumentationszentrum insbesondere über die Geschichte und Dimension der größten Gruppe der NS-Zwangsarbeit, die „zivilen“ Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, zu denen rund 8,4 Millionen Menschen zählten, die aus den besetzten Gebieten Europas in das Deutsche Reich verschleppt wurden. Dabei dienen die ehemaligen Unterkunftsbaracken als Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Bildungsorte. In seinem Archiv und der Bibliothek hält das Dokumentationszentrum die Stimmen und das historische Erbe der Überlebenden für die nachfolgenden Generationen und zur weiteren Erforschung des Themas fest.

In den aktuellen Verhandlungen über den Bundeshaushalt 2020 wurden dem Zentrum zwar die beantragten Bau- und Sanierungsmittel genehmigt, nicht aber die sechs Planstellen für weitere Mitarbeitende, die dringend benötigt werden und die das Land Berlin eigentlich schon genehmigt hatte. Das wird die inhaltliche und pädagogische Arbeit des Dokumentationszentrums zukünftig deutlich erschweren, berichtet Frau Dr. Glauning.

Vorgaben zu sachgrundlosen Befristungen sorgen flächendeckend für enorme Fluktuation in den Gedenkstätten. Alle zwei Jahre müssen neue Mitarbeitende gesucht und eingearbeitet werden. Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden sitzen ständig auf dem Schleudersitz und werden durch die Tatsache, dass unbefristete Stellen kaum vorhanden sind, immer wieder in prekäre und instabile Arbeitssituationen gedrängt.

Die Gedenkstätten und Dokumentationszentren in der Bundesrepublik stellt das vor große Herausforderungen, weswegen bei dem Treffen zwischen Brigitte Freihold und Frau Dr. Glauning vor allem auch über Möglichkeiten gesprochen wurde, um auf politischer Ebene gute und langfristig ausgerichtete Erinnerungs- und Gedenkarbeit zu ermöglichen. Dazu gehören nicht nur ausreichend Planstellen, die ohne sachgrundlose Befristungen besetzt werden müssen, sondern auch ausreichend Forschungsförderung, sowie Mittel für die pädagogische Arbeit, Digitalisierung, Medientechnik und die regelmäßige Überarbeitung von Dauerausstellungen.

Das Treffen endete mit einer kurzen, sehr informativen Führung durch die Dauerausstellung des Dokumentationszentrums, die dienstags bis sonntags zwischen 10:00 und 18:00 Uhr besucht werden kann, sowie ersten Plänen, um die Bedarfe der Gedenkstätten gemeinsam im Deutschen Bundestag sichtbarer zu machen.

Weiterführende Informationen

Internetseite des Dokumentationszentrums für NS-Zwangsarbeit


Termine

Bürgersprechstunde

Donnerstag, 24.09.2020, 17 bis 18 Uhr
Pirmasens, Wahlkreisbüro, Kaiserstr. 45

Newsletter

Berlinfahrten 2020

27. bis 30. Mai 2020 (fällt aus)
21. bis 24. Oktober 2020
18. bis 21. November 2020

Nähere Informationen und Anmeldung:

Wahlkreisbüro Brigitte Freihold MdB
Kaiserstraße 45
66955 Pirmasens

Tel.: 06331 1441 226
E-Mail: brigitte.freihold.wk@bundestag.de

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