Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Erinnerungspolitik unkoordiniert und wenig substantiell

„Die Bundesregierung hat weder zum Jahrestag des Warschauer Aufstandes (April) ein eigenständiges Gedenken durchgeführt, noch plant sie ein solches zum Jahrestag des Aufstandes in den deutschen Vernichtungslagern Treblinka (August) bzw. Sobibor (Oktober). Angesichts der mindestens 1,8 Mio. Jüdinnen und Juden, die in den deutschen Vernichtungslagern (Belzec, Sobibor und Treblinka) ermordet wurden, wird das dem Gedenken nicht gerecht. Es kann auch nicht sein, dass die Bundesregierung seit 2008 umgerechnet lediglich 50 Cent pro Opfer der Aktion Reinhardt für deren Gedenken ausgibt. Bei mindestens 1,8 Mio. Opfern wurden für die Gedenkstätte Sobibor lediglich 900.000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt, für die Gedenkstätten Belzec und Treblinka gar nichts“, kommentiert Brigitte Freihold, Bildungsexpertin der Fraktion DIE LINKE., die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Gedenken an den jüdischen Widerstand anlässlich des 75. Jahrestages der Aufstände im Warschauer Ghetto und den deutschen Vernichtungslagern Treblinka und Sobibor“ (Drucksache 19/1557).

Freihold weiter: „Insgesamt ist das Vorgehen der Bundesregierung total unkoordiniert und wenig substantiell und kann überhaupt keinen ganzheitlichen Ansatz in der Erinnerungspolitik vorweisen, der Forschung, Gedenken und historische Vermittlung in der politischen Bildung vereint. Eine proaktive Haltung in der Erinnerungspolitik zum Holocaust, zur sogenannten Aktion Reinhardt, aber auch zum jüdischen Widerstand lässt sich nicht feststellen. Angesichts der Tatsache, dass immer weniger Überlebende als Zeitzeugen in der politischen Bildung zur Verfügung stehen, ist das nicht hinnehmbar. Offenbart wird auch ein verqueres Verständnis über die Shoah: Die geschichtliche Vermittlungs- und Erinnerungsarbeit bei einem Thema derartiger Bedeutung kann nicht lediglich deutschlandbezogen sein und ausschließlich punktuell im Rahmen der politischen Bildung zum Nationalsozialismus stattfinden. Die Verantwortung der Bundesregierung kann auch nicht auf die Bundesländer abgewälzt werden. Der Holocaust hat eine universelle global-menschliche Dimension und muss gebührend nicht nur im Innern, sondern vor allem in der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik beachtet werden. Langfristige Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit unter Einbeziehung neuester Forschung und der Zivilgesellschaft ist umso bedeutender angesichts der Wiedergeburt von Nationalismus und Antisemitismus in Europa und den Gefahren für die Demokratie.“


Termine

Bürgersprechstunde
Dienstag, 23. Oktober 2018, 18 - 19 Uhr
Pirmasens, Wahlkreisbüro, Kaiserstr. 45

Newsletter

Berlinfahrten 2018

21.03. bis 24.03.2018
30.05. bis 02.06.2018
10.10. bis 13.10.2018

Nähere Informationen und Anmeldung:

Wahlkreisbüro Brigitte Freihold MdB
Kaiserstraße 45
66955 Pirmasens

Tel.: 06331 1441 226
E-Mail: brigitte.freihold.wk@bundestag.de

Themen A - Z

Parlamentarische Arbeit

Newsletter der Fraktion

Mediathek