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Erster Kulturabend im Wahlkreisbüro

Im Wahlkreisbüro von Brigitte Freihold fand der erste Kulturabend der Abgeordneten, die Mitglied im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien ist, statt. Die Auftaktveranstaltung gestaltete der Schriftsteller Peter Schantz aus Busenberg.

Ohne Titel, 2018, vom Schriftsteller Peter Schantz aus Busenberg:

politik decor
demokratie pur
„politisches gaukelspiel“ (1)
„diese wirtschaft ist tödlich“ (2)
erneuerungen
in der dunkelheit
scheinzeit greift um sich

In diesen Zeilen zitiert Schantz den Schriftsteller Robert Walser (1) und Papst Franziskus (2).

Im Wahlkreisbüro von Brigitte Freihold fand am 12. April 2018 der erste Kulturabend der Bundestagsabgeordneten, die Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien ist, statt. Die Auftaktveranstaltung gestaltete der regional bekannte Busenberger Autor, Lyriker und Verfasser von Kurzprosa, Peter Schantz. „Rückblende“ hieß seine Lesung, in der er ausgewählte Texte aus 37 Jahren vortrug. Schantz erläuterte zwischen den Lesungen, er sei nicht auf einen Stil, auf eine Technik festgelegt, er experimentiere gern und viel und erläuterte diese Techniken. In seiner Lyrik und seiner Kurzprosa arbeitet er gern mit überraschenden Pointen. Zum Ende der Lesung wurde die Kulturpolitik diskutiert.

Peter Schantz stapelte vor sich alte, teils vergilbte, vom Qualm des starken Rauchers geschwängerte Hefte und Aktendeckel mit fliegenden Blättern. Seine „plakative“ Lyrik ist den verschiedenen Schichten von Plakaten auf den Litfaßsäulen nachempfunden. Diese Schichten versucht er zu durchdringen. Sie enthalten z.B. Impressionen aus Städten und Landschaften.

Seine „nonlineare“ Prosa hat keinen roten Faden, entsteht spontan, „wie es mir in den Kopf kommt.“ Sie bleibt wie sie ist, wird nicht mehr geändert, teils mit Absurditäten angereichert enthält sie gesellschaftskritische und friedenspolitische Aspekte. Er beschreibt Dissonanzen, die Harmonie ausschließen. Schantz beobachtet gesellschaftliche Fehlentwicklungen, die Gewalt im privaten und im öffentlichen Raum provozieren: „Konsum ist uns heiliger als Kultur.“

Text-Collagen sind eine andere Technik: Dabei werden Zeilen von verschiedenen Lyrikern „geschnipselt“ und zu einem neuen Produkt mit neuem Sinn aneinandergereiht. Auch „Sprüche“ gibt es aus seiner „Feder“, einer alten „Klapperschreibmaschine“: „Wir schweben in tausend Welten und nennen keine die Unsrige“.

„Geschnipselt“ sind auch die „Cut-Ups“ von Schantz: Dazu nimmt er seine eigenen alten Texte auseinander und setzt sie zu neuen Texten zusammen. Die Mundart-Prosa möchte Schantz für kritische Texte nutzen und den vorherrschenden Tendenzen dieser Prosa entgegenwirken.

Gefragt, ob er seine Werke nicht zu einer größeren Verbreitung verhelfen wolle, z.B. mit Hilfe des Internets, wehrte er konsequent ab. Seine „Klapperschreibmaschine“ ist eine Art Protest gegen die Digitalisierung, deren negative Folgen er beschreibt und fürchte: Die Überwachung und das Aushorchen durch Großkonzerne, die die Daten zur Steigerung ihres Produktabsatzes und zur Manipulation von Menschen benutzen. Unbestritten bringe die Digitalisierung auch Vorteile zugunsten von Menschen. Für ihn überwiege aber immer noch die Skepsis.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer mit Peter Schantz über die Aufgaben von Kulturpolitik. Einerseits muss die finanzielle Förderung von Kultur verbessert werden. Kulturpolitik muss aber auch andere, bessere Rahmenbedingungen im öffentlichen Raum schaffen. Wenn „Kultur“ nur noch an ihrer Verwertbarkeit gemessen wird, ist sie auf dem falschen Weg. Brigitte Freihold bestätigte aus ihren beruflichen Erfahrungen heraus und aus den Initiativen der Kulturpolitiker der Linksfraktion in Berlin, dass Kreativität mehr Freiräume braucht.


Termine

Gysi kommt!
Veranstaltung mit Gregor Gysi, Alexander Ulrich und Brigitte Freihold
Freitag, 31. August 2018, 15:30 Uhr
Kaiserslautern, Bremerhof

Berlinfahrten 2018

21.03. bis 24.03.2018
30.05. bis 02.06.2018
10.10. bis 13.10.2018

Nähere Informationen und Anmeldung:

Wahlkreisbüro Brigitte Freihold MdB
Kaiserstraße 45
66955 Pirmasens

Tel.: 06331 1441 226
E-Mail: brigitte.freihold.wk@bundestag.de

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