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Für das Gedenken an die Shoah braucht es mehr als einen jährlichen Gedenkkranz!

„Das Gedenken an die Shoah besteht nicht darin, ein Mal im Jahr am 27. Januar einen Kranz niederzulegen, darüber hinaus aber nötige Maßnahmen zur Wiedergeburt der jüdischen Kultur zu ignorieren! Um die Bedeutung des jüdischen Erbes für die europäische Kultur anzuerkennen und zu erhalten, bedarf es eines ganzheitlichen erinnerungspolitischen Ansatzes, der die Dimensionen von Wissenschaft und Forschung mit historischer Vermittlung und Gedenken verbindet und den Verpflichtungen der Bundesrepublik zur Wiedergutmachung endlich umfassend nachkommt!“, erklärt Brigitte Freihold, erinnerungspolitische Expertin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocaust am 27. Januar.

Freihold weiter: „Allein während der „Aktion Reinhardt“, die den Kern der Shoah darstellt, wurden zwischen März 1942 und November 1943 in dafür errichteten deutschen Vernichtungslagern Treblinka, Bełżec und Sobibor planmäßig über zwei Millionen polnische Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma ermordet. Insgesamt wurden im Zuge der Shoah sechs Millionen Juden und Jüdinnen umgebracht, was das jüdische Leben in Europa beinahe vollständig ausgelöscht hat. Unsere heutige Verantwortung besteht nicht nur darin, die Gräueltaten der Deutschen im Gedächtnis zu bewahren, sondern darüber hinaus auch die Wiedergeburt des jüdischen Lebens in Europa auf vielfältige Weise zu unterstützen, kulturelle Vielfalt zu fördern und den Beitrag jüdischer Gemeinden zum kulturellen Erbe Europas anzuerkennen.

Dafür muss in der Bundesrepublik endlich eine ganzheitliche Erinnerungspolitik betrieben werden, was auch aktuelle Formen von Antisemitismus und Populismus verdeutlichen, die das Scheitern etablierter Formen des Gedenkens unterstreichen. Das bedeutet konkret, dass sowohl die Verpflichtungen der Washingtoner Erklärung zur Restitution von geraubten Kulturgütern und Judaika als auch der Theresienstädter Erklärung mit Blick auf den Erhalt von jüdischen Gräbern und Friedhöfen, denen durch die Massenvernichtungen der Verfall droht, in die Tat umgesetzt werden müssen. Im Zuge dessen ist es auch notwendig, diesen Erhalt bestehender jüdischer Friedhöfe, die als Teil des europäischen Kulturguts zu verstehen sind, zu einem Kernelement von Bildungsmaßnahmen zu machen, um so  das Bewusstsein für den Beitrag der Jüdinnen und Juden am kulturelleren Erbe Europas zu stärken. Darüber hinaus sind umfassende Maßnahmen zur Identifikation von Massengräbern nach rabbinischem Recht auf den Weg zu bringen, insbesondere hinsichtlich der zahlreichen noch unbekannten Erschießungsorte von Sinti und Roma sowie Jüdinnen und Juden aus der „Aktion Reinhardt“. 140.000 Euro Anschubfinanzierung durch die Bundesregierung für Maßnahmen in Polen sind dafür nötig.

Diese Bemühungen sind essenziell für die Wiedergeburt jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur in Europa nach der Shoah und bieten somit die Chance, die beispiellose Geschichte und das Vermächtnis der Shoah für zukünftige Generationen im Gedächtnis zu bewahren und für alle Zeiten daran zu erinnern!“

Weiterführende Informationen

English: Press Release Brigitte Freihold


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