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Von links nach rechts: Brigitte Freihold, Angelika Arenz-Morch (stellv. Leitung NS-Dokumentationszentrum), Uwe Bader (Leiter Referat Gedenkarbeit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz) und Martina Ruppert-Kelly (pädagogische Leitung).

KZ-Gedenkstätte Osthofen leistet wertvolle Arbeit

Von links nach rechts: Bernhard Kukatzki (Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz), Brigitte Freihold, Angelika Arenz-Morch und Martina Ruppert-Kelly.

Das Konzentrationslager Osthofen bei Worms gehörte zu den sogenannten frühen Konzentrationslagern, die neben anderen berüchtigten Folterstätten wie das KZ Sonnenburg und KZ Dachau nach der Machtübertragung an Hitler zur Ausschaltung der Opposition in Nazi-Deutschland eingerichtet wurden. Der Ort wurde insbesondere auch durch das im südfranzösischen Exil von Anna Seghers verfasste Buch „Das siebte Kreuz“ der Weltöffentlichkeit bekannt. Heute erinnert die Gedenkstätte am selben Ort an die nationalsozialistischen Verbrechen. Die Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold, erinnerungspolitische Expertin der Fraktion DIE LINKE, war vor Ort und tauschte sich mit Mitarbeiter*innen der Gedenkstätte aus.

Im Frühjahr 1933 richteten die Nationalsozialisten an zahlreichen Orten in Deutschland, zunächst noch unsystematisch, Lager ein, so auch in der ehemaligen Papierfabrik eines jüdischen Fabrikanten in Osthofen. Im Sommer 1934 wurde das KZ infolge der Zentralisierung der Konzentrationslager aufgelöst. In dieser Zeit wurden in Osthofen insgesamt ca. 3.000 Menschen inhaftiert, schikaniert und gequält. Betroffen waren vor allem Mitglieder der KPD, SPD und Gewerkschafter, auch Juden, Sinti, Angehörige der Zentrumspartei und andere.

Uwe Bader, Angelika Arenz-Morch und Martina Ruppert-Kelly führten die Abgeordnete durch die Gedenkstätte und berichteten von ihrer Arbeit und Erfahrungen. Am KZ Osthofen, des ersten Lagers im damaligen „Volksstaat Hessen“, wird die Zerstörung der Demokratie der Weimarer Republik und Umgestaltung zur Diktatur deutlich. Die Anfangsphase der Machtübernahme, gekennzeichnet von sprachlicher Verrohung sowie Abwertung und Ausgrenzung von Menschen, weist dabei erschreckende Parallelen zur Gegenwart auf.

Infolge des Wiederauflebens des Antisemitismus und Antiziganismus, aber auch vor dem Hintergrund der langjährigen neoliberalen Politik gegenüber sozial benachteiligten Gruppen wird deutlich, dass die Bewahrung der Erinnerung an die NS-Herrschaft auch ein entschiedenes Vorgehen gegen die Verrohung in der Gesellschaft in der Gegenwart notwendig macht. Vielerorts werden Menschen heute erneut unter Zuhilfenahme sozialrassistischer Ideologien abgewertet und ausgegrenzt. Durch die Angriffe der AfD auf die über Jahrzehnte durch engagierte Personen und Initiativen erarbeitete und gelebte Erinnerungs- und Gedenkkultur in der Bundesrepublik verschiebt sich der gesellschaftliche Diskurs zunehmend nach rechts. Rechtsextreme Positionen, die bislang unsagbar schienen, werden wieder salonfähig. Von der Verrohung der Sprache ist es dann nicht mehr weit bis zur Tat, wie der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und der nach wie vor nicht vollständig aufgearbeitete NSU-Komplex zeigt.

Die Mitarbeiter*innen berichteten vom steigenden Zuspruch der Gedenkstätte, vor allem durch Einzelbesucher und Schulklassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe. Um den Besuchern den damaligen Alltag der Häftlinge besser zu veranschaulichen, ist eine Umgestaltung des Außengeländes geplant. Zudem arbeitet die Gedenkstätte Osthofen mit der Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt, wo ebenfalls ein sogenanntes frühes KZ eingerichtet wurde, sowie dem Bezirksverband Pfalz zusammen. Darüber hinaus bestehen grenzüberschreitende Kooperationen mit den Gedenkstätten im französischen Gurs und der Gedenkstätte KZ Natzweiler-Struthof.

Die bescheidenen finanziellen Mittel der Gedenkstätte waren ebenfalls ein Thema. So führen die begrenzten Ressourcen auch zu zahlreichen Überstunden. Einen Vorteil im Vergleich zu den Erinnerungsorten Dachau und Auschwitz kleinen KZ-Gedenkstätte Osthofen sehen die Mitarbeiter*innen in der Möglichkeit einer stärkeren individuellen Betreuung der Besucher*innen. Die Abgeordnete Freihold dankte dem Team der Gedenkstätte für ihre wertvolle Arbeit und unterstrich die Bedeutung des Ortes für die Demokratieerziehung. Im abschließenden Gespräch, zu dem noch Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, hinzustieß, sicherte Freihold ihre Unterstützung im Deutschen Bundestag bei Anliegen der Gedenkstätte zu. Hierfür wird sie Fördermöglichkeiten auf Bundesebene ausloten.


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