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Berliner Photoart / Andreas Domma

Militärischer Fluglärm: Übungsluftraum TRA Lauter bundesweiter negativer Spitzenreiter, Bundesregierung beschwichtigt

Militärmaschinen donnern stundenlang durch die Luft. Trauriger Alltag in der Westpfalz. Der Himmel der Region zählt zum militärischen Übungsluftraum „TRA Lauter“, den auch die US-Luftwaffe und andere ausländische NATO-Streitkräfte gerne nutzen. Zum TRA Lauter und den anderen militärischen Übungslufträumen in Deutschland wandte sich die Pirmasenser Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold (DIE LINKE) an die Bundesregierung. Von allen Übungslufträumen in Deutschland wird der TRA Lauter von den Militärs am stärksten genutzt. Die Bundesregierung beschwichtigt.

Freihold kritisiert: „Die Bundesregierung opfert eine ganze Region den NATO-Kriegsspielen. Die Umweltbelastung für das Biosphärenreservat Pfälzerwald und der gesundheitsschädliche Lärmterror gegen die Bevölkerung sind absolut inakzeptabel.“

Das Bundesverteidigungsministerium schreibt der Abgeordneten, dass die Belastung der Bevölkerung „allen Verantwortlichen sehr bewusst“ sei und das Ministerium daher „stets das Ziel“ verfolge, diese „gering zu halten“. So wurde eine Arbeitsgemeinschaft Fluglärm Saarland/Rheinland-Pfalz eingerichtet, die die Belastungen beobachte „und mit Blick auf mögliche Abhilfemaßnahmen“ erörtere. Zudem bestehen für den TRA Lauter „freiwillige Selbstbeschränkungen“ und die US-Luftwaffe habe „den Hinweis zur Nutzung alternativer Übungslufträume aufgenommen“.

Ein belastbares, niederschmetterndes Bild zeigt sich jedoch beim Blick auf die Auslastung der einzelnen militärischen Übungslufträume in Deutschland. Von 9 Übungslufträumen wird der TRA Lauter von den Militärs am stärksten genutzt. Im vergangenen Jahr donnerten dort an 221 Tagen Militärmaschinen durchschnittlich 3 Stunden täglich durch die Luft. Das andere Extrem bildet der TRA Kleve mit 0 Nutzungstagen.

Nach Auskunft des Verteidigungsministeriums habe die Ministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) Ende 2019 „veranlasst, dass die gleichmäßigere Nutzung der Quadranten innerhalb der TRA Lauter sowie anderer Übungslufträume noch konsequenter verfolgt und eine weitere freiwillige Selbstbeschränkung geprüft“ werde. Zudem „sollen die alliierten Partner in Spangdahlem und Ramstein noch intensiver in Bezug auf mögliche Lärmminderungen sensibilisiert werden. Entsprechende Abstimmungsgespräche finden derzeit statt.“

Hierzu erklärt die Abgeordnete Freihold: „Der Handlungswille der Bundesregierung ist nicht sonderlich ausgeprägt. Absichtserklärungen, Freiwilligkeit und ein Kuschelkurs mit der US-Luftwaffe werden es nicht richten. Ich fordere die Bundesregierung und die lokale CDU-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer, die dem Verteidigungsausschuss angehört, dazu auf, endlich substanziell gegen die Konzentration des Lärmterrors in der Region vorzugehen.

Bemerkenswert ist auch, dass es der Bundesregierung nicht möglich sein soll, die Nutzung der Übungslufträume nach NATO-Streitkräften aufzuschlüsseln. Somit stellt sich die Frage, ob der Anteil ausländischer Streitkräfte, etwa der US-Luftwaffe, am Lärmterror verschleiert werden soll.“


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