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Vom Pflegenotstand zur Pflegekatastrophe?

Die Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold (DIE LINKE) hat zu einer Informationsveranstaltung in Pirmasens eingeladen, um über die Hintergründe und Zusammenhänge des Pflegenotstands zu informieren. Als Referenten konnte sie Stefan Heyde engagieren. Er ist Pfleger von Beruf und will es bleiben. Daher gründete er vor etwa drei Jahren die Aktion „Pflege in Not“, die heute „Pflegekräfte in Not“ heißt.

Heyde beschreibt mit der Umbenennung seiner Aktion die Arbeits- und Lebenssituation von Pflegerinnen und Pflegern, die in Krankenhäusern oder mit der Pflege von Senioren beschäftigt sind. Die Not, so beschreibt er die Umstände, sind die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte. Diese werden geprägt von den Interessen der Betreiber entsprechender Einrichtungen wie Seniorenheime oder Krankenhäuser. Seit der umfangreichen Privatisierung des Gesundheitswesens in Deutschland stehen nicht Patienten und Pflegebedürftige im Mittelpunkt, sondern das Gewinnstreben der Einrichtungen. Daher müssen Beschäftigte täglich entscheiden, welche Leistungen sie vernachlässigen müssen und welche sie aufrecht erhalten. Darunter leiden die Pflegebedürftigen ebenso wie sie selbst. Die Einschränkung der Patientenversorgung betrifft zu 88 Prozent die Zuwendung zum Menschen, zu 82 Prozent die Pflege selbst und sogar bei der Hygiene gibt es Einschränkungen von 28 Prozent. Notfälle werden nicht rechtzeitig oder gar nicht erkannt.

Die Not des Personals liegt aber auch in der Schichtarbeit, Nachtschichten und Sonn- und Feiertagsarbeit. Hinzu kommen die vielen Überstunden und die schlechte Bezahlung. Daher fehlten im Jahr 2017 in der Altenpflege 15.000, in der Krankenpflege 11.000 und bei Hilfskräften 10.000 Stellen. Diese können erst besetzt werden, wenn die Pflegetätigkeiten öffentliche Anerkennung finden. Für die Einrichtungen müssen Pflegeschlüssel festgelegt und die Bezahlung angemessen angehoben werden. Derzeit liegt das Einstiegsgehalt bei 2.133 Euro Tariflohn, der nach 15 Jahren Beschäftigung auf 2.900 Euro steigt. Diese 15 Jahre erreichen nur sehr wenige, da sie aus gesundheitlichen oder familiären Gründen den Beruf wechseln, meist schon nach sieben oder acht Jahren.

Vor diesem Hintergrund hat DIE LINKE nun eine bundesweite Kampagne „Menschen vor Profite: Pflegenotstand stoppen!“ gestartet. Die Partei setzt sich etwa für einen gesetzlichen Personalschlüssel, die Schaffung von über 100.000 zusätzlichen Stellen in der Kranken- und Altenpflege sowie einen Stundenlohn von über 14,50 Euro in der Altenpflege ein.

Die Selbstaufopferung gegenüber den zu Pflegenden überwiegt die Bereitschaft, sich für Betriebsräte einzusetzen. Hinzu kommt der Druck von Arbeitgebern: Wer sich gewerkschaftlich engagiert, der fliegt. Daher liegt der Organisationsgrad in der Krankenpflege (über 1 Million Beschäftigte) bei nur 2,4 Prozent und in der Altenpflege (etwa 730.000 Beschäftigte) bei 0,27 Prozent.

Im Anschluss an die rege Diskussion, an der sich Pflegekräfte, Angehörige pflegebedürftiger Menschen und Vertreter der Gewerkschaft ver.di beteiligten, appellierte Freihold an die Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren, damit aus dem Pflegenotstand keine Pflegekatastrophe wird.

Infos:
www.pflegekraefte-in-not.weebly.com


Termine

100 Jahre Frauenwahlrecht
Diskussionsabend der VHS Pirmasens
Mittwoch, 14. November 2018, 19 Uhr
Pirmasens, Carolinensaal, Buchsweilerstr. 15


Bürgersprechstunde
Donnerstag, 15. November 2018, 10 Uhr
Pirmasens, Wahlkreisbüro, Kaiserstr. 45


Diskussion zum Kerosinablass ziviler und militärischer Flugzeuge

Mit:
Prof. Dr. Bernd Kaina,
Toxikologe Unimedizin Mainz

Dr. Jürgen Ott,
Präsident Naturschutzverein Pollichia

Achim Müller,
Friedensinitiative "Entrüstet euch!"

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 18:30 Uhr
Pirmasens, Kuchems Brauhaus, Schlossstr. 44

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20. bis 23. März 2019
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E-Mail: brigitte.freihold.wk@bundestag.de

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