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Berliner Photoart / Andreas Domma

Zum 76. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau

Erinnerung wachhalten: Intensiv-pädagogisch begleitete KZ-Gedenkstättenbesuche als Bildungsmaßnahme stärken und in Lehrplänen verankern!

„Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee befreit. Der Erhalt einer lebendigen Erinnerungskultur ist wichtiger denn je! Wir müssen in schulische, politische und kulturelle Bildung investieren und die Bildungsarbeit in Gedenkstätten stärken und erweitern. Ihre strukturelle Unterfinanzierung muss beendet werden. Es braucht einen Ausbau ihrer intensivpädagogischen Bildungsangebote durch personelle, räumliche und finanzielle Investitionen, um mehrtägige Besuche durch Schulklassen in Gedenkstätten zu ermöglichen und Räume für die notwendige Bildungsarbeit abzusichern“, erklärt Brigitte Freihold, erinnerungspolitische Expertin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust.

Freihold weiter: „Mit dem Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar wird an die Millionen Menschen erinnert, die durch das deutsche nationalsozialistische Terror-Regime verfolgt, entrechtet, gequält und ermordet wurden. Dazu zählen insbesondere Jüdinnen und Juden, Sinti*zze und Rom*nja, polnische Zivilist*innen, sowjetische Kriegsgefangene, NS-Widerstandskämpfer*innen, als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgte, Opfer von „Euthanasie“-Verbrechen, Homosexuelle sowie Millionen zur Zwangsarbeit verschleppte Menschen. Allein in dem deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden über 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder grausam ermordet.

Angesichts der historischen Verantwortung der Bundesrepublik ist es erschütternd, dass im Zuge der COVID-19-Pandemie geschichtsrevisionistische und antisemitische Verschwörungsideologien sowie rassistische und sozialdarwinistische Formen der Ausgrenzung verstärkt im Aufwind sind. Die Szene der Corona-Leugner*innen hat diese Entwicklung angeheizt und weiter in die Mitte der Gesellschaft getragen. Doch die Verharmlosung von rechtsextremen und rassistischen Tendenzen war trotz der verheerenden Erfahrungen mit dem NSU-Terror-Netzwerk und den antisemitischen, rassistischen und frauenfeindlichen Anschlägen in Halle und Hanau in unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft auch lange davor schon ein gravierendes und durch die Bundesregierung ignoriertes Problem!

Um über die Ursprünge und Kontinuitäten faschistischer und rassistischer Ideologien sowie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit umfänglich aufzuklären, braucht es die Stärkung politischer, kultureller und schulischer Bildung! Die zahlreichen nationalen und internationalen Gedenkstätten leisten in diesem Bereich hochqualitative Arbeit. Dennoch hat bisher nur jede*r Zweite in der Bevölkerung Deutschlands mindestens einmal ein ehemaliges Konzentrationslager besucht. Auch in den meisten Rahmenlehrplänen sind Gedenkstättenbesuche nicht hinreichend als Bildungsmethode verankert. Das müssen wir ändern!

Deswegen habe ich in einem Antrag an die Bundesregierung die Schaffung von Bedingungen für die Erweiterung der intensivpädagogischen Bildungsangebote in den Gedenkstätten angemahnt, damit alle Schüler*innen der Sekundarstufe die Möglichkeit für einen Bildungsbesuch bekommen! Gleichzeitig muss durch die Schulung von Lehrkräften für eine intensive und kultursensible Vor- und Nachbereitung gesorgt werden, so dass eine nachhaltige und verantwortungsvolle Wirkung der Besuche sichergestellt werden kann.“

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