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Ärztemangel im Dahner Felsenland: Der Markt wird es nicht richten

In Fischbach schließt die Praxis. In Bruchweiler ist der verbliebene Arzt bereits 70 Jahre alt. Zum Ärztemangel im Dahner Felsenland wendet sich ein Allgemeinmediziner aus Bundenthal in einem offenen Brief an kommunale Amtsträger. „Allen politisch Verantwortlichen ist die dramatische Lage bekannt. Doch seit Jahren wird das Problem nur ausgesessen. Der Markt wird es nicht richten“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold (DIE LINKE).

Laut der Kassenärztlichen Vereinigung ist der Landkreis Südwestpfalz mit 90,2 Ärzten je 100.000 Einwohner die am schlechtesten versorgte Region in Rheinland-Pfalz. Zudem lag im Jahr 2018 das Durchschnittsalter der praktizierenden Ärzte im Kreis bereits bei 56 Jahren. Hinzu kommen der Wunsch vieler junger Mediziner nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Scheu vor dem wirtschaftlichen Risiko einer Praxis.

Einen Ausweg aus dieser Entwicklung böte ein kommunales Gesundheitszentrum oder eine Genossenschaft mit kommunaler Beteiligung. Dabei bringen die teilnehmenden Kommunen eine Immobilie ein, könnten Verwaltungspersonal stellen oder auch Ärztinnen und Ärzte anstellen. In Pirmasens startete die Stadtratsfraktion DIE LINKE, der Freihold angehört, hierzu im vergangenen Jahr eine Initiative.

Freihold weiter: „Die medizinische Versorgung ist zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und ein harter Standortfaktor, gerade in der strukturschwachen Südwestpfalz. Die Einrichtung einer kommunalen Gesundheitsgenossenschaft oder eines Gesundheitszentrums in gemeinsamer Trägerschaft des Landkreises, der Verbandsgemeinde bzw. Ortsgemeinden würde eine attraktive Perspektive für Mediziner und das Dahner Felsenland schaffen. Andere Kommunen machen es bereits erfolgreich vor.“