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Freihold: Verschwörungstheorie der AfD teile ich nicht

Zum Leserbrief des AfD-Kreistagsmitglieds Werner Kettering erklärt die Pirmasenser Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Brigitte Freihold:

„Die Verschwörungstheorie des AfD-Kreistagsmitglieds Werner Kettering, wonach die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ursächlich dafür verantwortlich sei, dass Filialen der Sparkasse Südwestpfalz geschlossen werden müssten, teile ich nicht. Die Niedrigzinspolitik der EZB war ein Notinstrument, um während der Finanz- und Wirtschaftskrise den völligen Zusammenbruch des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu verhindern. Im Vergleich zu Privatbanken sind insbesondere die Sparkassen vergleichsweise gut aus der letzten Finanzkrise heraus gekommen. Banken und Sparkassen erhalten ihr Kapital von der EZB zum Nulltarif, während sie durchschnittlich 10 Prozent Zinsen von ihren Kunden für Überziehungskredite verlangen. Banken und Sparkassen erwirtschaften Rücklagen und satte Mehreinnahmen durch überhöhte Zinsen auf Kosten der Verbraucherinnen und Verbraucher, denen sie nun die Türe vor der Nase zuschließen. Gerade die Sparkassen mit überdurchschnittlich vielen Privatkunden und Kleinsparern profitieren am meisten von diesem Geschäftsmodell, das seit vielen Jahren von der LINKEN und den Verbraucherzentralen kritisiert wird. DIE LINKE im Bundestag distanziert sich im Übrigen deutlich und scharf von der Wirtschafts- und Geldpolitik der Bundesregierung und macht auch keine gemeinsame mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ich unterstütze den Bürgerprotest gegen die Schließung der Sparkassenfiliale in Heltersberg, weil wohnortnahe öffentlich-rechtliche Kreditinstitute ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge sind und Menschen die Möglichkeit haben müssen, ihre Bankgeschäfte zu erledigen und sich mit Bargeld zu versorgen.“