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Kerosinablass: Umweltministerin Spiegel (Grüne) duckt sich weg

Rheinland-Pfalz ist besonders schwer vom Kerosinablass betroffen. Im Frühjahr ließ eine Militärmaschine 64,5 Tonnen Treibstoff über der Pfalz ab. Das NATO-Kerosin JP-8 steht im Verdacht, hochgiftig zu sein. In einem Schreiben an die zuständige Landesumweltministerin Anne Spiegel (Grüne) warb die Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold (DIE LINKE) für eine Ausweitung der Messungen.

Die Studie des Umweltbundesamtes über die Auswirkungen von Kerosinablässen gibt keine Entwarnung. So sind bzgl. der bodennahen Luft und Gewässer „die möglichen Risiken mit dem derzeitigen Wissensstand noch nicht in allen Details abschließend bewertbar.“ Um belastbare Erkenntnisse zu gewinnen, sind daher Messungen erforderlich. Doch die drei Messstationen am Hortenkopf im Pfälzerwald, bei Leisel im Hunsrück und bei Dunzweiler, die Kerosin aufspüren können, decken das Ablassgebiet nur schlecht ab.

In ihrer Antwort teilt die Landesministerin mit, dass die Messwerte der drei Stationen „unauffällig und typisch für den ländlichen Raum“ seien. Spiegel schreibt: „Eine Ausweitung des Luftmessnetzes hätte keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn“. Sie nehme Kerosinablässe „sehr ernst“, diese würden „hinreichend und flächendeckend überwacht“.

Die Abgeordnete Freihold kritisiert: „Wer wenig misst, findet nichts. Das scheint die Maxime der Umweltministerin beim Kerosinablass zu sein. Bei drei Messstationen vom Hunsrück bis zur deutsch-französischen Grenze kann von einer flächendeckenden Messung keine Rede sein. Die Ministerin duckt sich weg. Wieder einmal klaffen bei den Grünen Anspruch und Handeln weit auseinander.“