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Von links nach rechts: Herr Geisinger, Herr Bayer, Brigitte Freihold, Herr Wünnenberg

Kulturförderung: Nachhaltigkeit statt „Projekteritis“

Gestern war die Pirmasenser Bundestagsabgeordnete Brigitte Freihold (DIE LINKE), Mitglied des Kulturausschusses, zu Gast bei der Jugendkulturwerkstatt (JuKuWe) des Internationalen Bundes (IB) in der ehemaligen Tehalit-Fabrik in der Glockenstraße.

Die Leitidee der JuKuWe ist „Kultur von Anfang an - Kultur für alle“. Das vielfältige Angebot wie Musikschule, Kurse in Malerei, Tanz, Theater und Medien verbindet kulturelle Bildung mit sozialem Lernen, der Stärkung der Sozialkompetenz. Die Angebote stehen explizit auch Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus einkommensschwachen Familien offen.

Im Kulturcafé der JuKuWe berichteten Herr Wünnenberg (Regionalleiter IB), Herr Bayer (Leiter IB Pirmasens) und Herr Geisinger (Leiter JuKuWe) über die Arbeit ihrer Einrichtung. Die Angebotsvielfalt und Größe der Einrichtung ist bundesweit einmalig. So sind in der JuKuWe verschiedenste Kunstsparten miteinander auf 1.200 m2 Fläche vernetzt. Das gehe nur in Pirmasens wegen der niedrigen Mieten. Dabei betonten die Mitarbeiter auch die Bedeutung der Kooperationen der JuKuWe mit Kindertagesstätten, Schulen und sozialen Einrichtungen. Dieses Netzwerk ist für die Arbeit mit jungen Menschen unverzichtbar.

Deutlich wurde auch, dass die JuKuWe breit aufgestellt sein muss, um kostendeckend arbeiten zu können. Dabei wurde und wird viel in Eigenleistung gemacht, so etwa beim Umbau der ehemaligen Fabrikräume oder beim Bau zahlreicher Einrichtungsgegenstände. Zudem betonten die Mitarbeiter des IB, wie wichtig eine solide Grundfinanzierung für die JuKuWe ist und wie oft um diese erforderlichen Mittel gekämpft werden muss.

So sieht man deutlichen Handlungsbedarf bei Förderprogrammen wie „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums. Die JuKuWe setzt auf eigene hauptamtliche Mitarbeiter in nicht-prekären Beschäftigungsverhältnissen, jedoch beziehen sich viele Förderprogramme auf das Ehrenamt, Honorarkräfte und befristete Projekte.

Die Abgeordnete Freihold teilt diese Kritik: „Anstelle der ‚Projekteritis‘ vieler Förderprogramme ist in der Kulturförderung vielmehr Nachhaltigkeit erforderlich. Meine Fraktion und ich werden dies im Bundestag zur Sprache bringen.“

An das Gespräch im Kulturcafé der JuKuWe schloss sich eine Führung durch die weitläufige Einrichtung an. Das frühere Fabrikgebäude bietet viel Platz, etwa für einen Medien- und Schneideraum, ein großes Atelier, technisch ausgefeiltes Tonstudio, Übungsräume sowie einen Multifunktionsraum mit Bühne.

Freihold abschließend: „Das breite Engagement der Jugendkulturwerkstatt ist äußerst beeindruckend und zeigt, wie wichtig ganzheitliche Bildung für die Persönlichkeitsbildung der jungen Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Gerade für die Stadt Pirmasens mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit und Kinderarmut ist eine solche Einrichtung von unschätzbarem Wert. Es ist mir daher ein wichtiges Anliegen, mich für eine entsprechende Finanzierung solch wertvoller Kulturarbeit einzusetzen.“