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Skandalöser Anstieg prekärer Arbeit

Aktuell nutzen wirtschaftsnahe Akteure Berechnungen des Steuerzahlerbundes, um den Menschen einzureden, dass sich Hartz IV oft mehr als Arbeit lohne. Damit wird von der Tatsache abgelenkt, dass zunehmend mehr Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können.

Die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zeigen in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse in Pirmasens, Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz.

So stieg in der Stadt Pirmasens die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 64,6 % auf 5.752 Personen, in Zweibrücken um 53,6 % auf 3.613 und im Landkreis Südwestpfalz sogar um 71,5 % auf 5.161 Menschen.

Im selben Zeitraum wuchs die Zahl geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse in der Stadt Pirmasens um 3,3 % auf 4.286, in Zweibrücken um 0,9 % auf 3.497 und im Landkreis Südwestpfalz sogar um 10,5 % auf 5.955.

Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Brigitte Freihold: „Der deutliche Anstieg prekärer Beschäftigung in den vergangenen zehn Jahren ist skandalös. Gute Arbeit ist existenzsichernd, ermöglicht ein menschenwürdiges Leben und Sicherheit in der Lebensplanung. Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit- und Minijobs sowie befristete Arbeitsverhältnisse und Leiharbeit erfüllen genau dies nicht und führen zu einer ständigen Ausweitung des Niedriglohnsektors. Das Ablenkungsmanöver wirtschaftsnaher Akteure muss daher allen Betroffenen wie Hohn in den Ohren klingen. Tatsachen sind: Hartz IV ist Armut per Gesetz, so wie zunehmend mehr Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können. Daher ist die Politik in der Verantwortung, prekäre Arbeit deutlich einzudämmen statt die Gesellschaft weiter zu spalten. Nicht die Löhne sind an die Sozialleistungen anzupassen, sondern der Mindestlohn muss auf 12,50 Euro angehoben und das gesamte Lohngefüge mit der steigenden Produktivität und wirtschaftlichem Wachstum Schritt halten. Wenn sich Arbeit lohnen soll, müssen Löhne steigen, nicht Lohndumping betrieben werden.“